Sommerfahrt Sächsische Schweiz/Elbsandsteingebirge 05.08.-12.08.25

In diesem Jahr unternahmen wir endlich wieder eine Sommerfahrt. Unser Ziel war die schöne Sächsische Schweiz bzw. das Elbsandsteingebirge, und so trafen wir uns am 05. August um 07.30 Uhr am Gemeindehaus in Brinkum. Erwähnenswert ist, dass wir alle pünktlich zur vereinbarten Zeit ankamen. Sogar unsere Bahn – man kann es kaum glauben – hatte keine Verspätung! Wir reisten diesmal glamouröser als sonst in einem ICE sowie einem IC an. Alle Umstiege haben geklappt und wir sind pünktlich am Zielort Wehlen angekommen. Mit der Fähre ging es über die Elbe (für manche von uns war das die erste Fährfahrt). Während der Hinfahrt haben wir überlegt, was wir während unserer Wanderung essen wollen, und haben dann einem älteren Stammesmitglied, das mit dem Auto angereist und später dazugestoßen ist, eine Einkaufsliste geschickt.

Angekommen auf der anderen Seite der Elbe meisterten wir unseren ersten Aufstieg. Dieser war durch zahlreiche Treppenstufen sehr beschwerlich. Dazu regnete es leicht. Die Hütte, die wir oben erreichten, war dann glücklicherweise gar nicht so klein. Wir hatten von dort aus einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Schlucht und konnten bis über die Elbe gucken. Abends ist Nebel aufgezogen und in ein Tal hineingewabert. Auf der gegenüberliegenden Seite lag das Restaurant der Basteibrücke, dessen Lichter in den Nebel hineingeschienen haben und für eine mystische Atmosphäre gesorgt haben.

In der Hütte konnten wir gut schlafen, und glücklicherweise hörte auch der Regen auf und damit der letzte Regen in unserer gesamten Zeit.

Am nächsten Morgen machten wir uns ohne Frühstück auf den Weg zur Basteibrücke. Dort war es aufgrund von Touristen extrem voll, wir hatten aber trotzdem einen tollen Ausblick. Ursprünglich hatten wir geplant, dort unser Frühstück einzunehmen, jedoch fanden wir kein ruhiges Plätzchen für uns. Wir sind dann zurück zum vorherigen Schlafplatz gelaufen, um zu essen, allerdings war es dort inzwischen rappelvoll, da an dieser Stelle mehrere Wanderwege zusammentreffen. Also nahmen wir den sogenannten „Schwedenweg“ nach unten. Der Abstieg war sehr schwierig. Einige von uns sind an engen Stellen stecken geblieben, dafür waren die Vegetation und die Umgebung jedoch ziemlich interessant: Überall waren Moos und Farne, und Wasser lief an den Felswänden hinunter.

Im Kurort Rathen sind wir mit der Fähre übergesetzt und haben uns erstmal von dem Abstieg erholt. Auf der anderen Seite mussten wir jedoch wieder den Berg hoch, weil wir nicht an der Elbe schlafen konnten. Alle Stellen waren zu eng und matschig und lagen außerdem zu nah am Wasser. Also sind wir wieder bergauf gestiefelt. Oben haben wir eine Wiese mit einer übergroßen Bank gefunden, wo wir unsere Kothe aufgebaut haben. Die älteren Semester unserer Truppe brauchten Ruhe und Entspannung. Sie haben sich abgesondert und auf dem „Eulenfelsen“ übernachtet (einem Haufen Sandsteine auf der Wiese, drumherum mit Eichen bewachsen, etwa 200 m von den anderen entfernt).

Am nächsten Morgen haben wir ausgeschlafen und anschließend gefrühstückt. Erst um 12.00 Uhr sind wir zur Festung Königstein aufgebrochen. Dort haben wir andere Pfadfinder aus Berlin getroffen. Wir sind oben an der Festung entlang gelaufen und genossen den schönen Ausblick.

Danach sind wir runter in die Stadt Königstein gewandert, wo wir an der Elbe ausgiebig Eis gegessen haben. Von dort aus sind wir wieder den Berg emporgekraxelt. Wir haben ein schönes Waldstück gefunden mit einer angrenzenden Wiese, wo wir für die Sippe die Kothe aufgebaut haben (für die Älteren hat es sich aus verschiedenen Gründen bewährt, im Freien zu übernachten, was auch für den gesamten weiteren Aufenthalt beibehalten wurde). Zum Abendessen haben wir Burger frittiert.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Bad Schandau, wo wir das erste Mal selbst einkaufen waren. Die Herausforderung war hier, dass wir für die gesamte restliche Strecke und Zeit einkaufen mussten, da dies der letzte Supermarkt auf unserem Weg war. Wir unternahmen also einen Großeinkauf und sind dann an einer Straße entlanggelaufen. Wir kamen am Bahnhofsgebäude vorbei, wo es eine Handwasserpumpe gab. Eigentlich hatten wir vor, uns in der Elbe zu waschen, jedoch funktionierte die Pumpe und wir wuschen uns dort. Wir kamen ins Gespräch mit den Bewohnern des Bahnhofs. Sie luden uns freundlicherweise ein, bei ihnen im Garten zu übernachten. Dort haben wir abends Backfisch frittiert, gesungen und konnten Feuer in der Feuerschale machen. Ebenfalls konnten wir unsere Kothe im Garten aufbauen. Die Wasserpumpe war während unseres Aufenthalts dort ein zentrales, prägendes Element und hat sich großer Beliebtheit erfreut.

Am folgenden Tag sind wir weiter schwer gewandert. Auf dem Weg haben wir ein Kneipp-Bad gefunden, wo wir unsere Füße gewaschen und uns erholt haben. Als wir wieder aufbrachen, trafen wir auf Einheimische, die uns von einem Waldbad in der Nähe erzählt haben. Das weckte in uns natürlich außerordentliche Neugier. Dort angekommen stellten wir fest, dass sich das Bad im Privatbesitz von Rockern befand. Wir durften dort freundlicherweise baden und nutzten auch das Sprungbrett, allerdings nur eine halbe Stunde, weil danach eine Geburtstagsfeier stattfand. Das Wasser war ziemlich kalt (jedoch nicht so kalt wie das Wasser im Kneipp-Bad), wir waren aber dankbar für die Abkühlung.

Danach sind wir noch ein Stück weitergelaufen und haben eine nagelneue Schutzhütte gefunden, die richtig groß und schick war. Wir wollten Nudeln für Spaghetti Bolognese kochen, hatten aber nicht genug Wasser. Also sind vier Leute mit einem Topf Wasser bzw. eine Quelle suchen gegangen. Tatsächlich fanden sie einen Bach, der Wasser führte (viele waren ausgetrocknet). Die Wasserernte an sich war episch, dauerte nur 1,5 Stunden und sorgte dafür, dass wir uns später glücklich den Bauch vollschlagen konnten. Die Sippe hat in der Schutzhütte übernachtet und die Älteren natürlich draußen. Einige haben bei Vollmond eine Nachtwanderung gemacht, während sich der Rest in der Hütte Gruselgeschichten erzählt hat.

Am nächsten Tag sind wir über die tschechische Grenze gewandert. Wir wollten dann zurück nach Deutschland, aber nicht denselben Übergang nehmen. Schlussendlich haben wir einen Weg über die Grüne Grenze gefunden. Dieser war ziemlich steil. Wir sind den Hügel hinuntergelaufen, über den Grenzbach und auf der anderen Seite wieder hoch und an der Grenze entlang gelaufen, um zu einem Wasserfall zu gelangen. Der Weg wurde immer schmaler, sodass manche Leute stecken geblieben sind. Von dort haben wir einen schönen urigen Weg hinunter Richtung eines Wasserfalls genommen. Es war richtig steil und zwischendurch auch etwas rutschig, wir haben es aber gut geschafft.

Unten am Wasserfall befand sich ein Wasserauffangbecken, das früher für eine Mühle verwendet wurde. Dort drin haben wir gebadet, obwohl das Wasser extrem kalt war. Danach haben wir den steilen Weg hinunter ins Tal auf uns genommen. Ein paar von uns sind ausgerutscht, außerdem musste unser Banner gerettet werden, das sich wohl dachte, der beschwerliche Weg wäre am leichtesten, wenn es einfach hinuntersegeln würde.

Abends schlugen wir unser Lager auf einem Feld auf, machten Spaghetti aglio e olio und verteilten Deutschlandabzeichen zum Aufnähen. Wir haben in der Nacht außerdem zahlreiche Sternschnuppen gesehen.

Den nächsten Tag verbrachten wir lange Zeit in einem Waldstück im Schatten, da es sehr heiß war. Dort haben wir die Deutschlandabzeichen auf die Kluften genäht. Als wir uns am späten Nachmittag wieder bewegen konnten, sind wir los zum Bahnhof Schmilka-Hirschmühle. Dort haben wir erstmal gegessen und dann unseren Bunten Abend eingeleitet, mit Keksen, die wir im Schweiße unseres Angesichts von Bad Schandau bis hierhin geschleppt hatten. Es gab eine Aufnahme (die Person wurde mit Quellwasser getauft), und dann haben wir uns dekadent aus Pirna Pizza liefern lassen. Der Fahrer ist wegen Sperrungen von Brücken und Baustellen über eine Stunde gefahren, die Pizza war aber trotzdem noch warm. Geschlafen haben wir draußen neben dem Radweg an der Elbe entlang in der Nähe vom Bahnhof.

Am nächsten Morgen haben wir einen Zug früher genommen aus Sorge, dass die drei Minuten Umsteigezeit nicht reichen würden. Wir hatten also drei Stunden Aufenthalt in Dresden. Die Bahn war dieses Mal wieder komplett pünktlich, was aus unserer Sicht unbedingt hervorzuheben ist, und wir haben Bremen ebenfalls pünktlich erreicht. Jedoch ist der Bus dann nicht gefahren. Um 17.00 Uhr waren wir dann endlich zurück am Gemeindehaus. Wir haben unsere Planen aufgehängt und Abschluss gemacht, und sind dann dreckig und glücklich nach Hause gefahren.

Bericht: Ali

Bilder: Misi, Topsi, Johanna