Pfingstfahrt 06.06.-09.06.2025

Am 06. Juni haben wir uns mit insgesamt 15 Personen vom Gemeindehaus in Brinkum aus auf den Weg in die Lüneburger Heide gemacht, um dort ein paar Tage zu wandern. Bis auf drei Personen reisten wir mit dem Zug an. Wir sind in Schneverdingen ausgestiegen, und dann hieß es erst einmal, sich auf die Beschaffung von Nahrungsmitteln zu konzentrieren, denn hungrige Mägen wandern nicht gern, und immerhin musste für alle Tage eingekauft werden, was natürlich einiges an Planung erfordert. Unser Problem war nur, dass es bereits 19.00 Uhr war und uns kaum noch Zeit für diese Quest blieb. Zusätzlich mussten wir noch überlegen, was wir denn überhaupt essen möchten, woraus massive Entscheidungsschwierigkeiten resultierten.

Um 20 vor 8 sind wir dann endlich in den Laden rein. Wir hatten nur ein Ziel: So schnell wie möglich alles Erforderliche finden! Zwar wurden wir schon misstrauisch beäugt und dann auch kurz vor Ladenschluss gebeten, uns Richtung der Kassen zu begeben, aber wir können stolz mitteilen, dass uns der Turbo-Einkauf durch das großartige Organisationstalent unserer Sippenführerin gelungen ist. Wir schleppten nun 9 kg Brot, 6 kg Milchreis, 3 kg Spätzle sowie mehr als 2 kg Käse, Schincken und Aufstrich mit uns herum (natürlich aufgeteilt auf alle Personen!).
Nun ging es also endlich los in die Natur. Wir überquerten die Landstraße und betraten die Heide, doch wir waren kaum 300 m gelaufen, da fing es an aus Kübeln zu schütten (ein Muster, das sich in den nächsten Tagen noch öfter wiederholen sollte). In der Nähe befand sich eine Schutzhütte, die wir dann aufsuchten, um unsere Sachen unterzustellen. Als wir dort ankamen, hatte der Regen aufgehört, wir wollten hier aber trotzdem die erste Nacht verbringen. Ein paar Leute schlugen ihr Lager in der Hütte auf, während ein paar andere ein Zelt aufbauten. Danach wurde sich um das Essen gekümmert, und schon bald kamen wir in Kontakt mit Geschöpfen, bei denen man sich fragt, ob sie tatsächlich eine Daseinsberechtigung besitzen: Sandmücken! Sie sind zwar klein und sehen unscheinbar aus, aber sie stecken voller Heimtücke. Sie piesackten uns, während wir aßen, es hat aber trotzdem gut geschmeckt.
Es war fast Mitternacht, als wir uns schlafen legten. Die Sandmücken ließen etwas von uns ab. Gegen 4 setzte dann leichter Regen ein, und mit ihm kehrten auch die Sandmücken zurück. Um ihnen möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, wickelten wir uns in unsere Schlafsäcke ein, allzu lange hielten wir es jedoch nicht mehr aus. Wir bauten unser Lager ab, ohne zu frühstücken, und machten uns zurück auf den Weg in die Heide. Wieder war leichter Regen unser Begleiter. Wir frühstückten unter einem Baum und waren dann bereit, den Tag in unseren Kluften zu rocken.


Der Regen wurde stärker, woraufhin wir Unterschlupf in einem Schafunterstand suchten. Danach liefen wir erstmal weiter, jedoch wurde der Regen nach dem Mittag so erbärmlich, dass wir wieder eine Pause einlegen mussten. Leider fanden wir lediglich ein Infoschild mit einem Überdach, es schützte uns jedoch ein bisschen vor dem Regen.

Nachdem der Regen aufgehört hatte, wanderten wir weiter zu einem Dorf. Hier wollten wir die Anwohner nett fragen, ob wir eventuell in einer Scheune oder unter einem Carport schlafen dürfen. Wir hatten schon beinahe das ganze Dorf erfolglos abgeklappert, als uns die allerletzte Person, die dort ansässig war, drei Zimmer in ihrem Haus zur Verfügung stellte. Die Dame war eine Künstlerin, die einen wunderschönen Garten besaß, in dem sie viele ihrer Malereien ausgestellt hatte. Hinten im Garten haben wir dann mithilfe eines Gaskochers Spätzle zubereitet, und von unserer Gastgeberin haben wir sogar Kuchen bekommen.
Am nächsten Morgen frühstückten wir und brachen dann auf. Auch der Himmel brach wieder auf, aber immerhin konnten wir ein paar Heidschnucken beobachten. Der ursprüngliche Plan war, dass wir in der Nähe des Schwimmbads übernachten, das wir eigentlich besuchen wollten, jedoch war es leider (natürlich wegen des Wetters) geschlossen. Wir liefen aber trotzdem in die Richtung, weil es dort in der Nähe eine Grillhütte geben sollte.

Wir folgten entsprechenden Schildern und wanderten entlang des Barfußpfads Richtung Schneverdingen. Die Grillhütte hätte leider reserviert werden müssen, was die Stimmung etwas drückte. Zur Aufmunterung kamen dann verschiedene Snacks zum Einsatz. Trotzdem mussten wir jetzt überlegen, welche Möglichkeiten uns blieben.
Wir entschieden uns dazu, in Egestorf beim Gemeindehaus nachzufragen, ob wir dort übernachten dürfen. Das war möglich, und so breiteten wir uns dort im Saal aus und konnten auch die Küche vor Ort nutzen. Es gab dann erstmal Milchreis mit Apfelmus. Abends haben sich zwei Leute rausgeschlichen und kamen mit mir vier Pizzen zurück, und so hatten wir dann zum Abschluss nochmal ein richtiges Festessen.
Am nächsten Morgen haben wir das verbliebene Brot nochmal aufgebacken, weil alle Bäckereien in der Umgebung geschlossen hatten. Nach dem Frühstück haben wir dann aufgeräumt und auf den Bus gewartet, um den Rückweg anzutreten.
Alles in allem hatten wir trotz des regnerischen Wetters eine sehr schöne Pfingstfahrt, die uns als Gruppe zusammengeschweißt hat und uns noch lange in Erinnerung bleiben wird!
Beitrag: Ali
Bilder: Johanna, Misi, Topsi
